Heilpflanze des Monats Juli
Ringelblume (Calendula officinalis L.)
Die Ringelblume (Calendula officinalis)
Sonnig gelb ist die Ringelblume ein wahrer Sonnenschein im Garten
und in der Blumenvase.
Auch in (farblosen) Teemischungen wird die Blume als Farbtupfer
verwendet. Seltsam mutet da dem Betrachter an, dass die Ringelblume
solch seltsame Namen wie Totenblume als Synonyme hat.
Wer die blühende Blume jedoch schon einmal gepflückt hat,
weiss, dass ihr der Name zurecht gegeben wurde. Wenn man die Pflanze
mit offener Blüte pflückt, tritt nämlich ein Harz
aus, das nach Verwesung riecht.
Sonnenschein mit Heilwirkung
Von den Griechen, über Hildegard von Bingen bis hin zu Sebastian
Kneipp haben sich viele Heiler mit dem kräftig blühenden
Gartengewächs beschäftigt. Und dies nicht zu Unrecht -
die Blüten sind nachweislich ein hervorragendes Wundheilmittel.
Im 12. Jahrhundert wurde die Pflanze sowohl innnerlich (z.B. bei
Beschwerden des Verdauungstrakts - Mund, Speiseröhre, Magen,
Dünndarm und Dickdarm) als auch äusserlich bei Hautkrankheiten
verwendet.
Sonniger Name
Calendula ist abgeleitet vom lateinischen "calendae" (dem
ersten Tage des Monats). Dies weil die Pflanzen in vielen calendis
(Monaten) blühen.
Eine andere Theorie für die Namensherkunft ist, dass sich die
Strahlblüten der Calendulaarten mit dem Aufgehen der Sonne
öffnen und mit dem Untergehen schliessen. Sie verfolgen also
die Bewegung der Sonne.
Der deutsche Name Ringelblume bezieht sich auf die inneren ringförmig
gewundenen Früchte der Pflanze.
Synonyme
Butterblume, Dotterblume, Studentenblume, Feminell, Garten-Ringelblume,
Goldblume, Goldrose, Marienrose, Regenblume, Ringelblume, Ringelrose,
Ringelken, Ringeln, Sonnwendblume, Sonnenwende, Stinkerli, Totenblume,
Weinblume, Weckbröselchen
Sammelorte
Die Ringelblume ist in Mittel-, Süd- und Osteuropa beheimatet.
Inzwischen ist die Blume auch in der Neuen Welt (den USA) und Westasien
"ausgewandert" und gedeiht dort ebenfalls gut.
Wer die Blüten sammeln will, findet sie meist auf Schutt und
Friedhöfen. Sie lässt sich aber auch sehr gut in Gärten
kultivieren. Ihre Blütezeit ist von Juni bis Oktober. Die Sammelzeit
ist etwas kürzer von Juni bis August. Gesammelt werden dabei
nur die Blüten.
Angewandter Pflanzenteil
Im heute gültigen europäischen Arzneibuch werden die Randblüten
der völlig entfalteten, gesammelten und getrockneten Blütenköpfchen
als "Drogenausgangsmaterial" vorgeschrieben. Verwendet
werden die Blüten sowohl in der Medizin als auch in der Kosmetik.
Häufig werden die Blüten aber auch als so genannte "Schönungsdroge"
farblosen Teemischungen beigefügt, was jedoch medizinisch gesehen
aufgrund ihrer Heilkraft fast eine Verschwendung ist.
Wohltuende Wirkung für die Haut
Die Ringelblume heilt und pflegt geschädigte Haut - das ist
wissenschaftlich belegt. Auszüge aus Ringelblumenblüten
wirken entzündungshemmend, antimikrobiell und fördern
die Heilung von Wunden aller Art. Innerlich wirken sie lokal bei
entzündlichen Veränderungen der Mund- und Rachenschleimhaut.
Oberflächliche Anwendung
Die Wirkung der Pflanze ist in Studien sehr gut nachgewiesen. Basierend
auf verschiedenen Studien wird die Ringelblume heute überwiegend
als topisches Arzneimittel (siehe Infobox) angewendet. Dies vor
allem bei oberflächlichen Hauterkrankungen und -verletzungen.
Die Blüten werden dabei in Form von Salben, Tinkturen oder
Umschlägen zur äusserlichen Behandlung eingesetzt.
Die Ringelblume wird aber auch therapeutisch angewandt. Dies ebenfalls
überwiegend in der Dermatologie.
So ist es kaum verwunderlich, dass die dottergelben und orangen
Blüten auch in der Kosmetik ( vor allem in Hautpflegemitteln
wie Hautcremes und kosmetischen Salben, Tinkturen, Badezusätzen
oder Gesichtswasser) ein beliebter Inhaltsstoff ist.
Für den gelben bis orangeroten Farbton der Ringelblume ist
übrigens der hohe Gehalt an Carotinoiden verantwortlich. Diese
Antioxidantien fördern unter anderem auch die Regenerationsfähigkeit
der Haut.
Auch im Urlaub ist die Ringelblumensalbe ein Muss in der Reiseapotheke.
Sie hilft laut der Medizin unter anderem auch bei Sonnenbrand.
Verschiedene Zubereitungen
Es hat sich herausgestellt, dass die traditionelle Zubereitung der
Salben die beste Wirkung zeigt. Dazu werden die getrockneten Blüten
mit Schweineschmalz gemischt. Schmalz hat den Vorteil, dass es sehr
hautverträglich ist und aussergewöhnlich gut in die menschliche
Haut eindringt. Auch hier zeigt sich wieder einmal (wie so oft),
dass die Kombination der vielen Pflanzen-Inhaltsstoffe für
die Wirkung verantwortlich ist.
Praktischerweise braucht man die Salben jedoch nicht selber herstellen,
sondern kann sie einfach fertig kaufen. Extrakte aus den Blüten
sind in vielen Wundheilmitteln, aber auch in Fertigarzneimitteln
enthalten.
Tee bei Entzündungen im Mund
1 bis 2 Teelöffel (2 - 3 g) Ringelblumenblüten werden
mit ca. 150 ml (1 Tasse) heissem Wasser übergossen und nach
10 Minuten abgeseiht.
Bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum wird mit dem noch
warmen Tee mehrmals täglich gegurgelt oder gespült.
Zur Wundbehandlung wird mit dem Tee ein sauberes, fusselfreies Tuch
oder eine sterile Kompresse getränkt und auf die Wunde gelegt.
Die Umschläge mehrmals täglich wechseln.
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Info - Topische Anwendung
In der Medizin spricht man von topischer Anwendung, wenn man
ein Arzneimittel nicht in den Blutkreislauf sondern nur örtlich
und oberflächlich
(z.B. in Form von Salben, Cremes oder Tropfen) aufträgt
oder einbringt.
Eine topische Behandlung ist in der Regel nebenwirkungsärmer,
da hohe Wirkstoffkonzentrationen nur in einem begrenzten Körperareal
erreicht werden.
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